|
|
|
Die Entwicklung der
Marienhaus-Schule
Die Schulentwicklung im
Überblick Vielfalt der Schule in 50 Jahren Die verschiedenen Berufsfach- und Fachschulen und Fachoberschulen Die Berufsfach-, Fach- und Fachoberschulen in der heutigen Trägerschaft der Schulstiftung des Bistums Osnabrück bestehen 50 Jahre. Die Schule wurde von den Missionsschwestern Mariens gegründet. Von ihren Anfängen bis heute hat sich die Schule durch die Entstehung bzw. Ergänzung neuer Bildungszweige und Ausbildungsmöglichkeiten rasch vergrößert und auch gewandelt.
Die Anfänge der Marienhaus-Schule gehen auf das Jahr 1952 zurück. In dieser Zeit boten die Missionsschwestern Mariens in Meppen Grundlehrgänge für Hauswirtschaft an. Die Zielgruppe waren überwiegend Arbeit suchende junge Mädchen. Im Sommer des Jahres 1959 errichteten die Ordensschwestern aus diesen Kursen heraus die "Haushaltsschule" und bekamen hierfür die staatliche Anerkennung. Die Schule begann mit 16 Schülerinnen, heute besuchen ca. 660 Schüler die Marienhausschule. Im Jahr 2007 wechselte die die Trägerschaft: Die Schule ist nun in der Trägerschaft der Schulstiftung im Bistum Osnabrück. In den Jahren entwickelte sich die Schule so, dass der Einzugsbereich der Schule das Emsland überschreitet. So reisen Schülerinnen und Schüler aus benachbarten Kreisen wie dem Landkreis Bad Bentheim, Cloppenburg oder Leer an. Neben Schülerinnen gibt es seit 1985 männliche Absolventen, die in stetig wachsender Zahl die vielseitigen Bildungsangebote nutzen.
Denn heute deckt die Schule mit ihren verschiedenen Formen eine breite Palette der sozialen Berufsausbildung ab, in denen neben Frauen auch Männer gefragt sind. Gemeinsam ist allen Fachrichtungen, dass die Schüler und Schülerinnen für den Dienst am Menschen ausgebildet werden, sei es in den Bereichen Pflege, Sozialpädagogik, Heilerziehungspflege und Altenpflege Einige von ihnen streben auch durch das Erwerben der Fachhochschulreife ein Studium in diesen Bereichen an. Die verschiedenen Angebote bereiten die Schülerinnen und Schüler auf eine verantwortungsvolle und anspruchsvolle berufliche Tätigkeit vor, wobei eine qualifizierte theoretische und praktische Ausbildung den Absolventen der verschiedenen Zweige den späteren Arbeitsplatz zu sichern scheint.
Schulentwicklung
Im Schuljahr 1958/59 wurde der Schulbetrieb mit einem hauswirtschaftlichen Grundlehrgang aufgenommen, doch bereits im nächsten Schuljahr wurde diese Ausbildungsform durch die Berufsfachschule Hauswirtschaft abgelöst, die bis heute Bestandteil des Schulsystems geblieben ist. Sie hat die Aufgabe, eine gediegene fachpraktische und fachtheoretische Grundausbildung zu vermitteln, die Allgemeinbildung zu vertiefen und zu erweitern und durch ein integratives vierwöchiges Praktikum Berufsperspektiven zu eröffnen.
Die Zahl der Schülerinnen wuchs ab 1964 rasch, so dass die Klasse bald zwei-, drei- und vierzügig geführt werden musste. Der allgemeine Lernbereich der BFSH Klasse II umfasst auch heute noch die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Politik, Religion und Sport. Der Bereich Fachpraxis vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten der Arbeitsorganisation.
Mit 14 Schülerinnen wurde im Jahr 1962 die Berufsfachschule Kinderpflege gegründet. Das Abschlusszeugnis dieses Schulzweiges berechtigte nach zweijähriger Ausbildung zur Führung der Bezeichnung "Staatlich geprüfte(r) Kinderpfleger/in". Mit der abgeschlossenen Prüfung wird der Sekundarabschluss l oder der erweiterte Sekundarabschluss l erreicht. Bis zum Ende des Schuljahres 1995 wurden 1269 Schülerinnen ausgebildet. Das Abschlusszeugnis dieses Schulzweiges berechtigte nach zweijähriger Ausbildung zur Führung der Bezeichnung "Staatlich geprüfte(r) Kinderpfleger/in". Mit der abgeschlossenen Prüfung wurde der Sekundarabschluss l erreicht. Heute wird die Berufsfachschule Kinderpflege nicht mehr geführt, da die Berufsfachschule Sozialpädagogik in der Nachfolge nicht auf ein großes Interesse stieß.
Im Jahre 1969/ 70 begann die Berufsfachschule Hauswirtschaft für Realschulabsolventen mit 15 Schülerinnen, die dann wenig später ebenfalls mit dem Schwerpunkt Sozialpflege geführt werden konnte. Heute besteht noch die Einjährige Berufsfachschule Hauswirtschaft mit dem Schwerpunkt Sozial- und Familienpflege, ehemals als „die Einjährige Berufsfachschule Sozialpflege für Realschulabsolventen" bezeichnet. Auch heute noch führt diese „Pflegevorschule“ in die Berufsfachschulen und Fachschulen der Pflege. Ein vierwöchiges Praktikum in Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Altenpflege oder der Heilerziehungspflege dient vielen Schülern ebenfalls der beruflichen Orientierung.
Die Fachschule Hauswirtschaft startete im Schuljahr 1967/68. Der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften in der Hauswirtschaft wuchs stetig. Nachdem einige Jahre mehr Stellensuchende als Stellenangebote auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen, konnten Wirtschafterinnen und Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen unter vielen Angeboten das für sie interessanteste auswählen. Seit 1967 bildete die Berufsfach- und Fachschule Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen und seit dem Schuljahr 1970/71 auch Wirtschafterinnen aus. Heute existiert die Fachschule nicht mehr, denn ab dem Jahr 2000 ging die Zahl von interessierten Schülerinnen und Schülern deutlich zurück, obwohl immer noch nach ausgebildeten Kräften gesucht wird.
Die Fachschule Sozialpädagogik wurde 1973 in das Ausbildungsangebot des Marienhauses aufgenommen. In ihrer Geschichte musste sie sich immer wieder mit den unterschiedlichen Erwartungen an das Ausbildungsprofil des Erzieherberufes auseinandersetzen. Im Emsland als einem der kinderfreundlichsten Gebiete Deutschlands gilt es dabei, den Ansprüchen der zahlreichen Kindergärten ebenso gerecht zu werden wie den soziokulturellen Ansprüchen einer sich im Wandel befindenden Gesellschaft.
Neue Erziehungsmethoden, alternative didaktische Konzepte und veränderte Kindheiten finden bis heute ihren Niederschlag in den Lerngebieten und Arbeitsfeldern. Die Absolventinnen und Absolventen der Fachschule erfahren zunehmend den sozialen Stellenwert ihres angestrebten Berufes, der weniger das Beschäftigen von Kindern als vielmehr den pädagogischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen und deren Lebenssituationen in den Mittelpunkt stellt. Viele unserer Schülerinnen und Schüler wählen demnach auch zunehmend ihren beruflichen Schwerpunkt im Rahmen der Jugendhilfe und qualifizieren sich auf dem Feld der Heimerziehung. So kommt es, dass ehemalige Schüler sowohl mit der Kindererziehung in unseren heimischen Kindergärten betraut sind als auch in vielen sozialpädagogischen Einrichtungen der Heimerziehung von Kiel bis Köln tätig sind. Der Erwerb der Fachhochschulreife öffnet ihnen aber auch den Weg zum Studium, so dass manche Sozialarbeiter und Sozialpädagogen ihre beruflichen Anfänge in unserer Schule sehen. Damit ist auch der Einsatzbereich für den Erzieherberuf umrissen, der alle Gebiete der Kinder- und Jugendarbeit in Kinderkrippen, Kindergärten und -tagesstätten, in Horten, Heimen sowie heilpädagogischen Einrichtungen umfasst.
Die Berufsfachschule Altenpflege startet als Fachschule für Altenpflege 1985. Sich der älteren Menschen anzunehmen, war und ist ein besonderes Anliegen des Ordens der Missionsschwestern. So wurde in Meppen ein Altersheim errichtet, das sich durch die vollständige Renovierung in den Jahren 1980/1987 in ein modernes Altenwohnheim gewandelt hat. In früheren Zeiten waren es besonders Flüchtlinge und Vertriebene, die alleinstehend verstärkt auf Hilfe und Fürsorge angewiesen waren. Die Einführung der Pflegeversicherung hat jedem deutlich vor Augen geführt, dass sich die Situation älterer Menschen entscheidend geändert hat in einer Gesellschaft, die den Vorgang des Alterns und den Tod gern zu verdrängen versucht. Mit der Gründung der Altenpflegeschule reagierten die Berufsfach- und Fachschulen der Missionsschwestern Mariens auf diese Entwicklung und auf ein Erfordernis .
Denn in der näheren und weiteren Umgebung existierten viele Alten- und Pflegeheime, die ungelernte bzw. angelernte Hilfskräfte beschäftigten. Unter den Schülerinnen gab es viele junge Frauen, die nach der Erziehungsphase in einen neuen, sozialen und fachkundigen Beruf einsteigen wollten. Aber auch männliche Bewerber traten 1985, als erste Schüler der Schule überhaupt, den damals wie heute perspektivenreichen Ausbildungsgang an.
Der Altenpflegeberuf hat sich in den letzten Jahren zu einem vielseitigen sozialpflegerischen Beruf entwickelt, der für die zukünftige Versorgung alter Menschen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Alterpflegerin und der Altenpfleger begleiten vorwiegend alte Menschen, die vorübergehend oder dauernd auf Beratung, Betreuung oder auf Pflege angewiesen sind , sei es in Altenheimen, Altenpflegeheimen, in der Tagespflege, in Kurzzeitpflegeeinrichtungen oder in ihrem häuslichen Bereich.
Die Fachschule Heilerziehungspflege wurde 1991 ins Leben gerufen. Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger sind Fachkräfte der Behindertenhilfe. Die dreijährige Ausbildung beinhaltet die Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die zur selbständigen und konzeptorientierten Beratung, Begleitung, Erziehung, Pflege, Förderung, Bildung und Versorgung von Menschen mit Behinderungen erforderlich sind und dazu befähigen, diese Menschen ganzheitlich in ihrer Selbstbestimmung zu bestärken.
Erziehen und Pflegen sind dabei mit unterschiedlichen Schwerpunkten, je nach Grad der Behinderung, untrennbar miteinander verbunden. So trägt die Heilerziehungspflegerin/der Heilerziehungspfleger z.B. die unmittelbare pädagogische-pflegerische Verantwortung für eine Gruppe behinderter Menschen aller Alterstufen und Behinderungsgrade. In der Förderung dieses Personenkreises bedienen sie sich spezifischer Methoden. Die Heilerziehungspflegerin und der Heilerziehungspfleger haben sich zudem um das leibliche Wohl und um die Förderung zur Gemeinschaftsfähigkeit der ihm Anvertrauten zu kümmern. Ziel ihrer ständigen Bemühungen muss es sein, den behinderten Menschen zur größtmöglichen Selbständigkeit und zur Eingliederung in die Gemeinschaft zu führen. Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger nehmen am täglichen Leben behinderter Menschen teil. Diese Teilnahme erfordert eine Bejahung und Achtung des Menschen und den Einsatz für die Grundwerte menschlichen Lebens. Ein umfangreiches Aufgabengebiet findet die Heilerziehungspflegerin und der Heilerziehungspfleger in Wohnheimen, Werkstätten, Psychiatrischen Einrichtungen, Heilpädagogischen Kindergärten, Tagesbildungsstätten usw.
Die Fachoberschule Sozialwesen, heute Fachoberschule Gesundheit und Soziales mit den Schwerpunkten Gesundheit und Pflege sowie Sozialpädagogik, wird seit dem Schuljahr 1999/2000 an der Marienhausschule geführt. Die Schulform führt zum Erwerb der allgemeinen Fachhochschulreife und ergänzt das Angebot der Marienhaus-Schule seither um diese Schulform, die eine berufliche Ausbildung z.B. als Gesundheits- und Krankenpfleger oder ein Studium an der Fachhochschule. Heute wird die beliebte Schulform mit zwei Schwerpunkten geführt. Die Schüler besuchen die FOS mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Pflege oder mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik.
Mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 wurde die einjährige Berufsoberschule Sozialwesen etabliert. Diese Schulform ermöglicht Schülerinnen und Schülern mit Fachhochschulreife und abgeschlossener einschlägigen Berufsausbildung das Fachabitur bzw. das Abitur an unserer Schule zu machen. So besuchen beispielsweise Absolventen der zweijährigen Berufsfachschule Sozialassistent der Sozialpädagogik die 12 Klasse der FOS, um dann im vierten Jahr in der BOS das Abitur zu machen.
Das Schulgebäude
|
|
|
|